Alzheimer gehört zu den gefürchtetsten Diagnosen überhaupt. Doch je früher Alzheimer erkannt wird, desto besser ist die Chance, den Krankheitsprozess zu verlangsamen.

Angst vor Kontrollverlust und Verwirrtheit rangiert in der Bevölkerung noch vor der Krebsangst. Daher scheint es logisch, dass niemand gerne über den Verlust der Erinnerung spricht. Noch beschämender empfinden Alzheimer-Patienten den Verlust ihrer Fähigkeit, alltägliche Probleme zu lösen und eigenverantwortlich zu handeln. Betroffene versuchen daher, geistige Defizite möglichst lange zu verbergen. Aber auch Angehörige wollen es oft nicht wahrhaben. Der Welt-Alzheimertag am 21. September wirbt mit „No time to lose: 100 years of Alzheimer’s disease“ für Unterstützung von Patienten und deren Angehörigen.

Ungewissheit schürt Angst

Angst führt dazu, dass sich Betroffene zunächst erst gar nicht untersuchen lassen. Experten schätzen, dass nur 10 bis 15 Prozent aller Demenzerkrankungen im Frühstadium erkannt werden. Dabei hilft eine frühe Diagnose nicht nur dem Patienten. Auch Angehörige, die einen Demenzkranken pflegen und begleiten, können sich mit der Situation vertraut machen. In Deutschland leidet rund 1 Millionen Menschen an der Alzheimer-Demenz. Für das Jahr 2040 wird mit bis zu 4 Millionen Kranken gerechnet.

Die Zukunft bewusst planen

Wer sich rechtzeitig informiert, kann sich auf die Erkrankung vorbereiten. So können Patienten und Angehörige eine angemessene Pflege planen und eine Vertrauensperson bestimmen, die später die Sorge für das Vermögen trägt. Und nicht zuletzt können moderne Medikamente zur Behandlung der Alzheimer Demenz – so genannte Antidementiva – die Alltagskompetenz bei früher Diagnose länger erhalten und die Heimunterbringung um bis zu zwei Jahre verzögern. „Das mag nach wenig klingen, ist aber für Betroffene ein großer Gewinn an Lebensqualität und nimmt den Angehörigen die Bürde, notwendige Entscheidungen ganz allein zu treffen“, sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL). Um bereits in einem frühen Stadium einzugreifen, ist es wichtig, erste Symptome erkennen und einordnen zu können.

Alzheimer erkennen

Die Alzheimer-Erkrankung entwickelt sich schleichend: Zunächst treten leichte Gedächtnisstörungen auf, die immer mehr zunehmen. Hinzu kommen Orientierungsprobleme, Sprachstörungen und der Verlust des Urteilsvermögens. Familie und Freunde sind häufig die ersten, denen Veränderungen im Verhalten auffallen. Doch was gehört zum normalen Alterungsprozess und wo beginnt eine Alzheimer Demenz?


spricht für Altersvergesslichkeit

spricht für Alzheimer-Dement

Die Vergesslichkeit tritt nur vorübergehend auf

Die Vergesslichkeit dauert an und wird zunehmend
schlimmer

Das Verlegen von Gegenständen, wie Geldbörse
oder Brille, tritt nur gelegentlich auf

Das Verlegen von wichtigen Gegenständen häuft
sich

Bei intensivem Nachdenken fällt das Vergessene
wieder ein

Ganze
Erlebnisse werden vergessen und können auch
durch intensives Nachdenken nicht erinnert
werden

Merkhilfen z.B. Zettel werden erfolgreich
eingesetzt

Zettel und andere Merkhilfen nützen nichts mehr

Mündliche oder schriftliche Anweisungen können
befolgt werden

Mündliche oder schriftliche Anweisungen können
nicht befolgt werden

Soziale Kontakte bleiben intakt

Rückzug aus dem sozialen Umfeld

Bei Verdacht auf Alzheimer sollten sofort Fachärzte hinzugezogen werden. Denn nur die können nach Gesprächen und Untersuchungen die endgültige Diagnose stellen und eine Behandlung einleiten.

<table summary=”Tabelle mit Mekrmalen zum Unterscheiden von Altersvergesslichkeit und Alzheimer-Demenz” class=”contenttable” style=”border-style: solid; border-width: 1px; border-collapse: collapse;” rules=”all”><tbody><tr><th><strong>
spricht für Altersvergesslichkeit<br /></strong></th><th><strong>
spricht für Alzheimer-Dement<br /></strong></th></tr><tr><td><p class=”bodytext”>
Die Vergesslichkeit tritt nur vorübergehend auf</p></td><td><p class=”bodytext”>
Die Vergesslichkeit dauert an und wird zunehmend
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durch intensives Nachdenken nicht erinnert
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nicht befolgt werden</p></td></tr><tr><td><p class=”bodytext”>
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