Wer das Glück hat alt zu werden, hat das Pech zunehmend unter dem Verschleiß seiner Gelenke zu leiden. Aktive Patienten können ihre Beschwerden verringern.

Arthrose ist eine Volkskrankheit. Nahezu 100 Prozent der über 70-jährigen sind davon betroffen. Die Verschleißerscheinungen der Gelenkknorpel gehen mit entzündlichen Veränderungen einher. Sie entwickeln sich über viele Jahre hinweg. Dabei erkranken Frauen häufiger als Männer. Der Grund wird in der hormonellen Umstellung der Wechseljahre vermutet. Durch ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels wird dieser nach und nach zerstört. Der defekte Knorpel kann den Knochen dann nicht mehr vor Stößen schützen. Er versucht zwar, die Überlastung auszugleichen, indem er verstärkt Knochensubstanz bildet. Aber dadurch kommt es nun zu knotigen Verdickungen und Verformungen der Gelenke. Gleichzeitig kann abgeriebenes Knochenmaterial eine Entzündung der Gelenkhaut verursachen. Die Folge: Die Gelenke sind nicht mehr so beweglich und schmerzen, zunächst nur bei Belastung, in späteren Stadien auch in Ruhe, Knie- und Hüftgelenke sind am häufigsten betroffen. Arthrose hat viele Ursachen und führt häufig zur Arbeitsunfähigkeit.

Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • X- und O-Beine
  • Frühere Verletzungen des Gelenks
  • Überlastung im Beruf zum Beispiel durch ständiges Knien
  • Überlastung in der Freizeit zum Beispiel durch Sportarten mit raschem Richtungswechsel und starkem Druck auf die Gelenke (Wandern, Schwimmen und Radfahren sind erlaubt)
  • Höheres Lebensalter
  • Weibliches Geschlecht
  • Begleitende Therapie

Die nicht-medikamentöse Behandlung stellt den Basissockel einer Arthrosetherapie dar. Dazu gehört zunächst, die Risikofaktoren für eine Arthrose zu minimieren. Dies kann durch Umstellung der Ernährung, Abnehmen und eine Anpassung der Lebensweise erreicht werden. Bewegungsprogramme wie Krankengymnastik sollten immer Bestandteil der Therapie sein. Kleinere Hilfsmittel bringen oft Linderung. So können beispielsweise Schuhe orthopädisch angepasst werden und zur Korrektur der Körperhaltung mit Schrägen oder Fersenpolstern versehen werden. Auch Gehhilfen sind sinnvoll. Mitunter kann auch Akupunktur hilfreich sein.

Medikamentöse Stufentherapie

Die medikamentöse Therapie ist stufenförmig aufgebaut, um jedes Stadium der Erkrankung individuell behandeln zu können. Medikamente wie Paracetamod und Metaizol reduzieren zunächst die leichten Schmerzen. Manchmal wirken auch Phytopharmaka wie Teufelskralle oder Brennessel schmerzlindernd. Antirheumatika verhindern zusätzlich lokale entzündliche Reizzustände. Schnell wirksame Entzündungshemmer sind Ibuprofen oder Indometacin. Bei starken Schmerzen können auch Opioide zum Einsatz kommen. Die besten Entzündungshemmer sind Corticoide, die bei starker Schwellung direkt in das betroffene Gelenk gespritzt werden. Da diese Mittel den Knochenstoffwechsel verschlechtern, dürfen die Injektionen nur drei- bis sechsmal pro Jahr erfolgen. Wenn nichts anderes mehr hilft, kommt nur noch der Ersatz des geschädigten Gelenks durch ein künstliches Gelenk in Frage.

Aktive Patienten haben den größten Nutzen

Krankengymnastik gehört immer zur Behandlung dazu. Passive und aktive Übungen sind sinnvoll aufeinander abgestimmt und sollen die Beweglichkeit bestmöglich erhalten, die Muskeln kräftigen und den Stoffwechsel verbessern. Außerdem wird das Gleichgewicht geschult, was bei Gelenkersatz von großer Bedeutung ist. Die postoperative Rehabilitation kann durch Bewegungsübungen verkürzt werden.

Wer morgens steif ist und kaum aus dem Bett kommt, kann sich 20 Minuten Morgengymnastik angewöhnen, die am besten schon im Liegen beginnt: Die Fußspitzen abwechselnd strecken oder zur Nase ziehen, die Beine anziehen und strecken. Die letzte Übung kann man auch im Sitzen durchführen und im Stehen werden noch einmal die Knie hochgezogen bis der ganze Organismus wieder wach und beweglich ist.